Meister Eckhart lebte im Hochmittelalter und ist bis in unsere Gegenwart der bedeutendste deutsche Mystiker - geistiger Vorläufer und Lehrer anderer großer Persönlichkeiten wie beispielsweise Johannes Tauler, Heinrich Seuse und Thomas von Kempen. Die Zeit, in der Meister Eckhart wirkte, mit allen Umbrüchen und Verunsicherungen, ist der heutigen nicht unähnlich. Der erste Vortragsteil ist der Versuch einer Annäherung an seine Person, sein Leben und sein Werk.

Der zweite Vortragsteil erläutert, was Meister Eckhart mit der "Gottgeburt im Seelengrund" gemeint hat. Dieses Thema ist zutiefst theosophisch. Eckhart greift zurück auf die geistigen Altvorderen der griechischen Antike, auf Pythagoras, Platon und vor allem Plotin. Er weist - und diese Gedanken sind ungebrochen aktuell - in das Innerste des Menschen selbst: Die Seele des Menschen und das Göttliche, das er sucht, sind Eins! Gott existiert im Menschen und ist für jeden Menschen dort "erreichbar". Für die Zeit, in der Eckhart lebte und wirkte, war diese Behauptung eine Ungeheuerlichkeit, denn in ihrer Klarheit und Einfachheit enthob sie die Priesterschaft, den Klerus jedweder Bedeutung: Der Mensch bedarf keines Vermittlers zwischen sich und dem Göttlichen.
18.03.2023 (16:00 - 19:00)
Dresden
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